Konzert-Rezension: Duo Anger-Hornig

Kammerkonzert

Sonntag, 25. September 2011

19.30 Uhr, Bürgerhaus Telgte

 

Norbert Anger – Violoncello

Arthur Hornig – Violoncello

Ungewohnt war das, was Karoline Laier und Simon Etzold im Bürgerhaus darboten, aber dem Publikum hat es gefallen.


Westfälische Nachrichten vom 27.09.2011

von Axel Engels

Lehrstunde des Violoncellospiels

Kultur-Freundeskreis eröffnete die Saison

Telgte. Zur Eröffnung der neuen Kammerkonzertsaison erklang reine Violoncellomusik, die vom ersten Ton an fesselte und einen inspirierenden Kunstgenuss bot. Norbert Anger und Arthur Hornig gehören zu den ganz großen jungen Talenten, haben sich in vielen Konzerten sowohl solistisch als auch kammermusikalisch ein internationales Renommee erspielt.

 

Für den Beginn hatten sie das "Duo für 2 Violoncelli D-Dur Hob. W:11" von Joseph Haydn gewählt. Mit feinem Gespür für dynamische Differenzierungen und meisterhaftem Zusammenspiel konnte das Duo alle Schönheiten des Werkes aufzeigen.

 

Dass beide Künstler auch solistisch auftraten, war für die Musikliebhaber ein inspirierendes Erlebnis. Denn mit gleich zwei der berühmten Cello-Suiten von Bach erklangen Werke, die als echte Prüfsteine für junge Cellisten gelten. Arthur Hornig spielte die "4. Suite Es-Dur BWV 1010", hier verband er Galanterie, Verzierungskunst und Spielfreudigkeit mit einer sehr lyrischen Melodiegestaltung. Klar und transparent vermochte er diese anspruchsvolle Suite mit Leben zu erfüllen.

 

Norbert Anger verwöhnte die Zuhörer mit einer warm timbrierten Interpretation der "3. Suite C-Dur BWV 1009", die den wunderbaren Klang seines Guadagnini-Violoncellos zur Geltung brachte. Die einzelnen Charaktere der Tänze erklangen kontrastreich. Er zeigte in seinem Spiel große Tiefe und Ernsthaftigkeit bei den langsameren Tänzen, aber auch Esprit und Leidenschaft bei den schwierigen schnellen Sätzen.

 

Französisches Flair verbreitete das Duo mit der "Sonate Nr. 4 G-Dur für 2 Violoncelli" von Jean Baptiste Barrière, deren Virtuosität den beiden Musikern sehr entgegenkam. Auch bei der "Moses-Fantasie op. 24 für Violine und Klavier" von Paganini in einer Transkription für zwei Violoncelli zeigte sich die brillante Spielweise Hornige und Angers. Mit ihrer Kunst haben sie eine Lehrstunde des Violoncellospiels dargeboten.