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Sonntag, 22. September 2013
19.30 Uhr, Bürgerhaus Telgte
KAMMERMUSIKABEND
Annelien van Wauwe - Klarinette
Simone Drescher - Violoncello
Olga Gollej - Klavier


Fotos: Christian Ruvolo / / Julia Weiss

Programm: „Neue Bahnen“

Robert Schumann
Drei Romanzen op. 94 für Klarinette (orig. Oboe) und Klavier

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sonate Nr. 2 D-Dur op. 58 für Violoncello und Klavier

Johannes Brahms
Trio a-Moll op. 114 für Klavier, Klarinette und Violoncello

„Neue Bahnen” ist der Titel eines euphorischen Artikels, den Robert Schumann am 28. Oktober 1853 in der „Neuen Zeitschrift für Musik" veröffentlichte:
„Ich dachte, ... es würde und müsse ... einmal plötzlich einer erscheinen, der den höchsten Ausdruck der Zeit in idealer Weise auszusprechen berufen wäre... Und er ist gekommen, ein junges Blut, an dessen Wiege Grazien und Helden Wache hielten. Er heißt Johannes Brahms, kam von Hamburg [und] trug ... alle Anzeichen an sich, die uns ankündigen: das ist ein Berufener...”


Ersten Unterricht im Klarinettenspiel erhielt Annelien Van Wauwe im Alter von 8 Jahren durch Paul Lecocq und Henri De Roeck in Sint Niklaas, Belgien. Von 2005 bis 2011 studierte sie bei Sabine Meyer an der Musikhochschule Lübeck und im Anschluss daran bei Pascal Moragues am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris sowie in Rom bei Alessandro Carbonare. Ihre musikalische Ausbildung vervollständigte sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin in den Klassen von Ralf Forster und Wenzel Fuchs. Künstlerische Impulse im Bereich der historischen Aufführungspraxis und der klassischen Klarinette erhielt Annelien Van Wauwe von Eric Hoeprich am CNSM de Paris und von Ernst Schlader an der Musikhochschule Trossingen. Sie ist Stipendiatin der Ad Infinitum Foundation, der Villa Musica Kammermusikstiftung und der Mozart Gesellschaft Dortmund. 2012 gewann sie das Yamaha Stipendium für Holzbläser in Berlin und ging als Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs in Bonn hervor.

Annelien Van Wauwe ist mehrfache Preisträgerin internationaler Wettbewerbe. So gewann sie u. a. den Concorso Internazionale Marco Fiorindo in Turin, den Axion Classics Dexia Wettbewerb in Brüssel, den 1. Internationalen Klarinettenwettbewerb in Lissabon (2011) sowie den 6. Internationalen Audi Mozart Wettbewerbs in Rovereto (2012). 2012 errang Annelien Van Wauwe den 2. Preis (der 1. Preis wurde nicht vergeben) beim renommierten 61. Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München sowie zwei Sonderpreise.

Solistisch war Annelien Van Wauwe mit dem Brussels Philharmonic Orchestra, der Belgischen Kamerfilharmonie, dem Prague Chamber Orchestra, der Neubrandenburger Philharmonie, dem Kölner Kammerorchester, dem Osnabrücker Symphonieorchester, dem Swedish Chamber Orchestra, dem Münchner Kammerorchester und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in Europas führenden Konzertsälen zu erleben, u. a. dem Konzerthaus Berlin, der Tonhalle in Zürich und dem Concertgebouw Amsterdam. In Deutschland spielte sie Soloabende und gab Kammermusikkonzerte während der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und dem Kissinger Sommer.

In der Konzertsaison 2012 ging sie gemeinsam mit Sabine Meyer auf Europatournee und spielte Webers Concertino für Klarinette op. 26 sowie Mendelssohns Konzertstücke op. 113/114.


Simone Drescher (Violoncello), 1990 in Herdecke als Tochter deutschkoreanischer Eltern geboren, wurde 2003 Jungstudentin von Gotthard Popp an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und studiert seit 2009 in der Klasse von Wolfgang Emanuel Schmidt an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Weitere musikalische Impulse erhielt sie auf Meisterkursen von David Geringas, Jens Peter Maintz, Johannes Moser, Troels Svane, Wolfgang Böttcher, Peter Frankl, dem Artis-Quartett Wien und dem Tokyo String Quartet.

Die Cellistin erhielt 2003 den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in der Kategorie Violoncello solo und war 2005 Preisträgerin des Internationalen J.-J.-F.-Dotzauer-Wettbewerbs für junge Cellisten in Dresden. 2012 erhielt sie neben dem Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs im Duo Drescher-Gollej auch den GWK-Förderpreis der Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit e. V. sowie ein Vollstipendium für ein intensives Sommerstudium mit zahlreichen Konzerten beim Norfolk Chamber Music Festival der Yale University/USA. Als Solistin konzertierte Simone Drescher u. a. mit dem Folkwang Kammerorchester Essen, der Neuen Philharmonie Westfalen, den Metamorphosen Berlin, der Sinfonietta Köln und den Budapest Strings. Konzertauftritte führten sie durch ganz Deutschland, in die Schweiz, nach Spanien, Italien, England, Schweden und Nordamerika. Zahlreiche Konzerte gab sie 2012/13 im Rahmen von „Best of NRW“, in der Reihe „Foyer junger Künstler“ der Deutschen Stiftung Musikleben sowie 2012 im Schloss Bellevue. Rundfunkproduktionen entstanden für Deutschlandradio Kultur, den WDR, MDR und die Deutsche Welle. Simone Drescher ist langjährige Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben, der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung. Sie wird seit 2011 von Yehudi Menuhin Live Music Now e. V. gefördert und erhielt 2012 das Gerd Bucerius Förderstipendium der ZEIT-Stiftung in der Deutschen Stiftung Musikleben.

Als mehrfache Preisträgerin des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds spielt sie derzeit ein Violoncello aus der Schule von Jacques Boquay, Paris um 1700, eine großzügige Schenkung aus Bad Sodener Familienbesitz an die Deutsche Stiftung Musikleben.


Olga Gollej (Klavier), 1983 in Kasachstan geboren, erhielt ihren ersten Klavierunterricht im fünften Lebensjahr. Sie war neben dem Abitur Jungstudentin an den Leipziger und Würzburger Musikhochschulen und studierte von 2002 bis 2007 bei Arne Torger und Hans Leygraf am Mozarteum in Salzburg. 2008 wurde sie in die Meisterklasse von Peter Waas an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar aufgenommen.

Mehrere Wettbewerbspreise und Auszeichnungen (Bundeswettbewerb Jugend musiziert, 1. Preis Nürnberger Klavierwettbewerb, 3. Preis Kleiner Schumann-Wettbewerb in Zwickau, Stipendium der Jeunesses Musicales Deutschland, Russlanddeutscher Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg) öffneten ihr die Türen zu Konzerten in vielen Ländern Europas, Südamerikas und des Nahen Ostens. So war sie mehrfach Gast als Kammermusikerin beim Festival Arras, als Liedbegleiterin beim Sommersprossen-Festival und als Solistin beim Jordan Festival in Amman. Zu ihren regelmäßigen Kammermusikpartnern gehören u. a. das Ensemble Kontraste, das Leipziger Streichquartett und der Bariton Stephan Genz. Zusammen mit dem Klarinettisten Karl Leister und dem Cellisten Matthias Moosdorf gründete sie 2008 das Trio ECCO(!). 2010 erschien die erste gemeinsame CD mit Werken von Eberl, Kreutzer und Ries. Mit dem Leipziger Streichquartett wurde 2007 eine CD mit Bearbeitungen Mendelssohn‘scher Orchesterwerke veröffentlicht, eine weitere erschien 2010 mit Kammermusikwerken von August Klughardt. Außerdem steht eine CD-Produktion mit dem LeipzigOktett (Gustav Mahler: Das Lied von der Erde) auf dem Programm. Als Dozentin des Edward Said Konservatoriums (Stiftung Barenboim-Said) in Israel/Palästina machte sie 2009 auf sich aufmerksam, als zwei ihrer Studenten beim Klavierwettbewerb Carlo Tavasani in Jerusalem erste Preise erzielten. Seit 2010 ist Olga Gollej Stipendiatin von Yehudi Menuhin Live Music Now e. V. Gemeinsam mit Matthias Wilde (Mitglied der Staatskapelle Dresden) gründete sie die Anhaltischen Kammermusiktage im Gartenreich Dessau-Wörlitz, die jährlich im Herbst internationale Musikgrößen nach Wörlitz locken.


Homepages der Künstler: www.annelienvanwauwe.com | www.olgagollej.de | www.simonedrescher.com

Dieses Konzert ist ein Förderprojekt des Deutschen Musikrats.




Vorverkauf: EUR 14,00
Abendkasse: EUR 16,00 / 12,00
Eintritt für Schüler in Begleitung Erwachsener frei